Gesichter der Vereins
In einer losen Folge sollen an dieser Stelle verschiedene Menschen vorstellt werden, die in unserem Imkerverein tätig sind.
Hier stellt sich Christian vor.
Name | Christian |
Alter | 56 Jahre |
Wohnort | Gladbeck |
Imker seit | 3 Jahren |
Warum ich Imker bin? | Ich liebe Tierdokus und es liefen Dokus über Bienenhaltung auf allen Kontinenten dieser Erde. Ein Wochenende später habe ich einen Imker auf dem Flohmarkt kennengelernt und mich gut mit ihm unterhalten. Einen Tag später durfte ich mir seine Bienen anschauen und es war um mich geschehen. |
Seit wann im Verein? | 2023 |
Warum bist Du Mitglied im Imkerverein? | Mir war von Anfang an klar einem Verein beizutreten. Bienen halten ist mehr als nur ein Hobby – es ist gelebter Naturschutz. Doch niemand muss das Rad neu erfinden! In einem Imkerverein finden gerade Einsteiger fachkundige Hilfe, erfahrene Imker und einen regen Austausch . |
Was sind die größten Herausforderungen bei der Imkerei? | Die Imkerei ist mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Eine der größten Bedrohungen stellt die Varroa-Milbe dar, da sie Bienenvölker schwächt und Krankheiten überträgt. Zusätzlich gefährden weitere Krankheiten und Parasiten die Gesundheit der Bienen. Der Klimawandel erschwert durch Wetterextreme und veränderte Blühzeiten die Nahrungsversorgung der Völker. Pestizide und Umweltbelastungen beeinträchtigen Orientierung, Gesundheit und Überleben der Bienen. Trachtlücken führen zu Nahrungsmangel, weshalb Imker unterstützend eingreifen müssen. Der natürliche Schwarmtrieb erfordert viel Aufmerksamkeit und Erfahrung, um Verluste zu vermeiden. Auch der Erhalt der genetischen Vielfalt ist wichtig, da eine geringe Vielfalt die Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft der Bienen verringert.. |
Was bedeutet dir der Schutz der Bienen persönlich? | Der Schutz der Bienen bedeutet mir als Imker sehr viel, weil ich täglich sehe, wie empfindlich und zugleich unverzichtbar sie für unsere Umwelt sind. Ich trage Verantwortung für Lebewesen, die nicht nur Honig produzieren, sondern eine zentrale Rolle für die Bestäubung und damit für unsere Nahrungsgrundlage spielen. Mir ist wichtig, meine Völker gesund zu halten und ihnen möglichst natürliche, bienenfreundliche Bedingungen zu bieten. Durch meine Arbeit möchte ich aktiv zum Schutz der Bienen und zum Erhalt eines funktionierenden Ökosystems beitragen. |
Wenn du dein Leben mit den Bienen vergleichen müsstest, was wären die Parallelen? | Wenn ich mein Leben mit dem der Bienen vergleiche, erkenne ich viele Gemeinsamkeiten. Ich bin gerne draußen und lebe im Rhythmus der Natur, was mich besonders durch meine 19 Jahre im Schrebergarten geprägt hat. Wie ein Bienenvolk schätze ich Gemeinschaft, Verlässlichkeit und das Zusammenarbeiten. Die Bienen zeigen mir, dass Geduld wichtig ist und nicht alles sofort funktioniert. Die Arbeit mit den Bienen bedeutet für mich Verantwortung und Achtsamkeit. Die Nähe zur Natur gibt mir Ruhe und ein Gefühl von Sinn. |
Hast du jemals das Gefühl, dass die Bienen dir "dankbar" sind, wenn du dich um sie kümmerst? | Dass mir die Bienen dankbar sind, das kann ich nicht sehen, da sie sowas nicht fühlen oder wahrnehmen können, aus Bienensicht bin ich doch eher ein Störenfried. |
Gibt es Momente, in denen du dich wirklich mit der Natur und den Bienen "verbunden" fühlst | Es gibt Momente, in denen ich mich der Natur und den Bienen besonders verbunden fühle. Dieser Moment kommt für mich jedes Jahr im Frühling, wenn ich zum ersten Mal wieder draußen bei meinen Bienen stehe. Es ist der erste richtige Kontakt nach dem Winter, das erste bewusste Draußensein und das erste Wiedersehen mit meinen Völkern. Ich sehe meine Bienen, höre ihr Summen und spüre ihre Präsenz. In diesem Augenblick nehme ich die Natur mit allen Sinnen wahr. Dann weiß ich ganz sicher, dass ich genau dort bin, wo ich sein soll, und dass dieser Platz und diese Arbeit richtig für mich sind. |
